Gemeinde Galenbeck
 

Galenbeck


Ortsvorsteherin - Gabriele Bergner


Ein typisches mecklenburgisches ehemaliges Gutsdorf – hat derzeit einschließlich der Neben- und Ferienwohnungen rund 80 Einwohner.
Idyllisch gelegen am gleichnamigen »Galenbecker See«, dessen Naturschutzgebiet und dem LSG »Brohmer Berge« vorgelagert, zieht jährlich eine große Anzahl von Ausflüglern aus der näheren und weiteren Umgebung zum Wandern, Spazierengehen und Radfahren an.
Man kann davon ausgehen, dass das Dorf bereits 1277 als »Golenbeke« existierte und die damalige Burg als Ausgangspunkt für die Entwicklung als dörfliches Gemeinwesen diente. Vicko von Rieben (Ryba – Fisch) wird 1391 als Gründer des Rittergutes genannt. Die Familie besaß das gesamte Dorfensemble bis zum Jahre 1945.
Das GUTSHAUS diente nach der Befreiung vom Naziregime als Zufluchtsort für zahlreiche geflüchtete Familien aus den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder und beherbergte während der DDR auch einen Konsum, eine Arztpraxis, ein Kino sowie eine Eiersammelstelle. Das Gebäude von 1712, ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach mit Fledermausgauben, ist weitestgehend in seiner Ursprünglichkeit erhalten und wird heute privat genutzt.
Von der ehemaligen Ritterburg, erstmals 1236 als Holzturm erwähnt, Ende des 13. Jh. zur repräsentativen Festung durch Vicko von Rieben ausgebaut, existiert nur noch die Ruine des Turms und Fragmente der Palasgrundmauern, da sie 1453 als Vergeltung für die Einmischung der Angelegenheiten der Stadt Stralsund durch Bürgerkontingent zerstört wurde.
Im historischen Areal von Burgruine und Gutshaus ist die spätgotische Feldsteinquaderkirche, Anfang 15. Jh., als dorfprägend zu nennen. Ungewöhnlich ist der achteckige Barockturm, der 1755 vor der Mitte der nördlichen Langseite errichtet wurde. Über der Eingangstür ist das Allianzwappen derer von Rieben und von Münchow erhalten. Das Kircheninnere verfügt noch über die historische barocke Ausstattung einschließlich des Kanzelaltars. Auf dem kirchlichen Friedhof befindet sich das riebensche Erbbegräbnis von 14 Familienangehörigen.
Im ehemaligen Gutsgarten steht ein für den norddeutschen Raum einmaliges Kleinod – eine TANZLINDE. Vermutlich wurde sie zu Ehren der früh verstorbenen und im Volk hochverehrten Königin Luise errichtet. Ob die Linde auch der Gerichtsbarkeit diente ist nicht belegt, war aber in Gutsdörfern durchaus üblich.
In unmittelbarer Nähe des Gutshauses wurde im Jahre 1860 zu Ehren des Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher, veranlasst vom damaligen Großherzog Georg von Mecklenburg Strelitz, ein Gedenkstein mit Bronzebüste aufgestellt. Blücher, der zunächst im schwedischen Husarenregiment gegen die Preußen kämpfte, wurde auf dem Kavelpass (in Richtung Anklam) gefangen genommen und ins Gutshaus Galenbeck verbracht, trat durch Fürsprache seines Vetters in die preußische Armee ein, wo seine militärische Karriere begann. Blücher nahm 1813 an der Völkerschlacht bei Leipzig und an der Schlacht vor Waterloo mit dem Sieg über die napoleonischen Truppen teil.
Zu erwähnen ist außerdem noch das sogenannte Fischerhaus mit Vorlaube, das von Frühling bis Herbst Gäste aus Nah und Fern bewirtet sowie Übernachtungsmöglichkeiten bietet.